In memoriam Dr. Albert Höfer



Albert, danke, dass es dich gab und in unseren Gedanken und Herzen immer noch gibt. 
Danke, dass du unser Leben geprägt hast und immer noch prägst.
Danke, für all das Gute was du uns getan hast und von dort aus, wo du jetzt bist immer noch tust.
Danke, dass wir teilhaben durften an deinem einzigartigen Leben.
Wir sagen Danke für dich und vertrauen dich den besten Händen an, die wir uns vorstellen können – den Händen Gottes.

 


Großer spiritueller Lehrer verstorben

Albert Höfer, Priester, Theologe, Religionspädagoge, Psychotherapeut, Begründer der Integrativen Gestaltpädagogik und heilenden Seelsorge, ist am 10. Februar verstorben.

Albert Höfer wurde 1932 in Lamprechtshausen (Salzburg) geboren. Nach der Matura studierte er Theologie und Philosophie in Salzburg, Wien und Graz bzw. von 1955 bis 1957 Studium in München bei Romano Guardini, Heinrich Kahlefeld, Martin Buber, Gabriel Marcel und anderen. In dieser Zeit hatte er erste Kontakte zur Tiefenpsychologie und Psychotherapie (Erwin Ringel). 1957 trat er ins Priesterseminar in Graz ein (Regens Josef Schneiber – Jugendbewegung), 1959 erfolgte die Priesterweihe in Graz, anschließend war er Kaplan in Feldkirchen bei Graz. 1961 bis 1964 arbeitete er als Assistent bei Prof. Hansemann am Institut für Katechetik und war gleichzeitig Hochschulseelsorger. 1963 promovierte er, 1966 habilitierte er in Religionspädagogik, Katechetik und Homiletik in München bei Prof. Kampmann. „Biblische Katechese, Modell einer Neuordnung des Religionsunterrichtes bei Zehn- bis Vierzehnjährigen“, lautete seine Habilitationsschrift.

Religionspädagogische Akademie

Im Auftrag von Diözesanbischof Johann Weber entwickelt Höfer Ausbildungskurse für Laienkatechten und -katechetinnen an der Pädagogischen Akademie in Graz-Eggenberg. Daraus ging die RPA (Religionspädagogische Akademie) hervor, deren Direktor er von 1972 bis 1985 war. Er prägte damit eine ganze Generation von Religionslehrerinnen und Religionslehrern in der Steiermark. Seine Schulbuchwerke für den katholischen Religionsunterricht waren weit über die Grenzen Österreichs bekannt. Von 1968 bis 1976 war er im Leitungsteam des Priesterseminars in Graz.

1977 erblindete der Theologe vollständig. Daraufhin absolvierte er die Ausbildung für Pastoralpsychologie auf der Basis Gestalttherapie, angeboten vom Institut für Pastoraltheologie der Theol. Fakultät Graz in Zusammenarbeit mit dem Fritz-Perls-Institut (Düsseldorf). Albert Höfer entwickelt danach seine eigene dreijährige Aus- und Weiterbildung für „Integrative Gestaltpädagogik und Seelsorge“ mit einem hohen Anteil an Selbsterfahrung und einer biblisch-theologischen Ausrichtung. Diese Kurse verbreiten sich rasch über Österreich, Schweiz, Deutschland, Luxemburg und später in die Slowakei, Polen, nach Slowenien und Kroatien. 1983 gründet er als Vernetzung für die AbsolventInnen das „Institut für Integrative Gestaltpädagogik und Seelsorge“, weitere Institute und Vereine mit rund 2000 Mitgliedern in den besagten Ländern folgen. Seit 2007 ist sein Werk rechtlich durch die EU-Marke (2005) und die Gründung der „Internationalen Gesellschaft für Integrative Gestaltpädagogik und heilende Seelsorge nach Albert Höfer“ (AHG) geschützt.

Erlösung erfahrbar machen

Albert Höfers Bemühen galt in der Religionspädagogik und in der Pastoral dem Menschen in all seinen Dimensionen – besonders in seinem Leiden und seinen Nöten. Ihm soll die erlösende und befreiende Botschaft der Bibel erfahrbar werden – „Erlösung muss erfahrbar sein“ heißt eines seiner vielen Bücher. Es geht ihm um das Heil der Menschen, um die therapeutische und emanzipatorische Dimension des Christentums (Eugen Biser): „Zum Heilen gesandt“. In guter jüdisch-christlicher Tradition will er Gott als einen liebend-erbarmenden, aufrichtenden (statt: richtenden) und befreienden Gott verkünden, wie er in den biblischen Texten und Erzählungen sichtbar und erfahrbar wird durch Kontakt, Beziehung und ganzheitlich-kreative Zugänge (Gestaltpädagogische Grundprinzipen).

2012 wird Höfer in die „Europäische Akademie der Wissenschaft und Kunst“ aufgenommen und die Bedeutung seiner Arbeit und seines Werkes damit gewürdigt. Mit Albert Höfer verliert die Diözese und das Land eine herausragende und viele Menschen prägende Persönlichkeit als Priester und spiritueller Lehrer, als Theologe, Religionspädagoge und Psychotherapeut.

Prof. Hans Neuhold, Religionspädagoge und Psychotherapeut, geschäftsführender Präsident der AHG