Herzliche Einladung

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Osterbrief 2022


Erahne was sich entfalten will
 
Sich nach langen Zeiten der Verkrümmtheit
wieder aufrichten
und sich dem Himmel
mit der Fülle
seiner segnenden Kraft
mit dem ganzen Sein
entgegenstrecken
um sein Licht
In sich einzulassen –
Dies ist Auferstehung
mitten am Tag.
                                                 
Christa Spilling-Nöker
 

Zürich, 7. April 2022

Liebe Freundinnen und Freunde der Gestalt

Wir nähern uns dem Osterfest, doch leider sind die Nachrichten, die uns täglich erreichen, nicht dazu angetan, uns freudig zu stimmen. Ich muss euch gestehen, dass ich zuerst ein Bild gewählt hatte, auf dem düstere Wolken überwiegen, obwohl doch alles zum Blühen bereit wäre.
Für unzählige Menschen ist Karfreitag, und es dauert wohl sehr lange, bis bei ihnen geschehen kann, was der Text von Christa Spilling Nöker aussagt. Schliesslich habe ich mich doch für das obenstehende Frühlingsbild entschieden, das für mich etwas von der erwähnten Auferstehungshoffnung ausdrückt.

In der barocken Wallfahrskapelle Maria Dreibrunnen in Bronschhofen bei Wil bin ich dem eindrücklichen Deckengemälde begegnet. Es stellt Maria mit dem Jesuskind über den Wolken thronend dar. Unten auf der Erde tobt eine schreckliche Schlacht, für mich eine Parallele zur gegenwärtigen Situation. Der Gegensatz von schrecklicher Gewalt und dem himmlischen Frieden, wo ein kleines Kind regiert, könnte nicht grösser sein. Leider gab es und gibt es immer wieder kriegerische Ereignisse in grösserem oder kleinerem Ausmass.

«Der Friede sei mit euch» ist die Botschaft, die der Auferstandene an seine Jünger richtet, die noch wie gelähmt sind von den Schrecken der Gefangennahme und des gewaltsamen Todes ihres Meisters. Tod und Schrecken haben nicht das letzte Wort, sondern das Leben, ein Leben in Frieden.

Diesen Frieden, der in unserem Inneren wohnt, wünsche ich uns allen zu Ostern. Dass wir trotz der schlimmen Weltlage in unserem Umfeld diesen Frieden verbreiten können, dass wir uns am Sonnenschein und dem Blühen allüberall nach den Regentagen freuen können, uns dem Himmel entgegenstrecken können, wie im Eingangstext beschrieben, dass wir mit innerer Stärke die Aufgaben wahrnehmen können, die auf uns zukommen,
das wünsche ich uns von Herzen.

Mit hoffnungsvollen vorösterlichen Grüssen

Rosemarie


P.S. Untenstehenden Text, den ich vor längerer Zeit geschrieben habe, möchte ich mit euch teilen:


Zuversicht

Nachts
wenn ich
nicht schlafen kann
werfe ich
meine Schreie
zum Himmel
und bin gewiss
dass du
mich hörst

             Rosemarie Bruggmann

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