Mitgliederversammlung

Liebe Freundinnen und Freunde der Gestalt

Gerne hoffe ich, dass ihr gut und gesund ins neue Jahr gestartet seid. Ich freue mich, euch zur bevorstehenden Mitgliederversammlung vom 7. März 2020 einzuladen.
So könnt ihr den Termin definitiv fixieren.
Für die Teilnahme an der Mitgliederversammlung bitten wir um eure Anmeldung mit Menüwunsch per Mail an hedy@raymann.la
Wer dies nicht kann, schickt die Anmeldung per Post an:
Hedy Raymann Im Trübacker 7 8600 Dübendorf
Bitte sende uns deine Anmeldung/Abmeldung inkl. deiner Menüwahl spätestens bis zum 29.02. 2019 zurück.
Vielen Dank!
Auf dein Kommen freut sich herzlich

Der Vorstand

Unterlagen zur Mitgliederversammlung

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Weihnachtsbrief 2019

Weihnachtsbrief 19 g

WERDE

Werde
lass dich gehen
wage Hingabe
Werde
Raum und Zeit sind wie aufgehoben
alles fliesst
Werde
geniesse die Farbigkeit des Lebens
sie bewegt zur Achtsamkeit

Pierre Stutz

 

Zürich, im Dezember 2019

Liebe Gestaltfreundinnen und – freunde

Von ganzem Herzen hoffe ich, dass euch das vergangene Jahr viel Gutes gebracht hat, reiche Erfahrungen und wertvolle Beziehungen. Wenn auch der Lauf der Welt eher dazu angetan ist, uns in Angst und Schrecken zu versetzen, wünsche ich, dass es uns gelingen möge, jeden Augenblick bewusst zu leben und die vielen kleinen Freuden, die uns jeden Tag geschenkt werden, wahrzunehmen und zu geniessen. Wir nähern uns dem Fest, an dem wir feiern, dass einer kommt, der uns ein Leben in Fülle schenken will. In einem Vortrag bei uns in der Pfarrei bin ich dem obenstehenden «Trümmerfenster» begegnet. Seine Geschichte lautet so: Bei den Bombardierungen im zweiten Weltkrieg wurden die farbigen Fenster der gotischen Predigerkirche in Erfurt zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus fügte ein Glaskünstler die Scherben zu neuen, strahlenden Fenstern zusammen. Ich empfinde diese Fenster als wunderbares Bild für unser Leben. Wenn wir zurückblicken, findet sich im
Leben von uns allen Scheitern, Zerbrochenes, von dem wir zunächst nicht glauben konnten, dass es je wieder anders werden würde. Ja, vielleicht empfanden wir sogar unser Inneres als Scherbenhaufen. Angesichts dieser Trümmerfenster liegt der Gedanke nahe, dass Gott auch aus den Scherben in unserem Leben etwas Neues, Ganzes zusammenfügen kann, ein buntes, wertvolles Bild in reicher Vielfalt. Vielleicht sehen wir etwas davon schon im dankbaren Rückblick auf unser Leben, wir erhoffen es aber sicher für unser zukünftiges Leben, von dem uns verheissen ist: « Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.» (aus Off. 21) In dieser Hoffnung wünsche ich euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und fürs kommende neue Jahr viele bunte Tage und strahlende Momente

Im Namen des Vorstandes
Rosemarie

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Auf Weihnachten hin

Ein Text von Claudia Graf-Hächler

Weisch no, oder,
frühener, oder,
auf Hoch Dütsch,
es war einmal…

So fingen viele altbekannte Märchen an….
Irgendwie leben wir immer noch wie im Märchen,
wir leben ja schliesslich im Schlaraffenland,
nur haben wir das Gefühl dafür verloren.
Wir rackern und schaffen,
wir hetzen und eilen,
von links nach rechts,
von rechts nach links,
so schnell,
dass wir nicht mehr wissen
wo uns der Kopf steht.
Aber halt.
Soviel ich weiss,
steht der bei mir auf der Schulter.
Und bei ihnen?
Manchmal bin ich so in Gedanken,
dass ich mich zuerst einmal schütteln muss,
damit ich weiss wo ich steh.
Komisch,
jemand sagte mir neulich,
wo gehst du hin,
wo rennst du hin,
hier geht’s entlang.
Auf dieser Strasse,
diesen Weg,
er ist zwar etwas krumm,
nicht gerade,
hat Ecken und Kanten,
aber er ist genau richtig.
Doch dieser Weg scheint mir beschwerlich,
einmal geht’s nach links,
dann wieder nach rechts,
einmal geht’s gar nirgends wo hin.
Da musst du alles wieder zurück.
So ein Käse.
Unnötige Wege liegen mir gar nicht.
Zeitverschwendung.
Aber was ist eigentlich Zeitverschwendung?
Wurde das mal analysiert?
Kaum.
Aufjedenfall nicht von mir.
Zeitverschwendung ist,
unnützes Tun,
unnütz die Zeit verplempern,
blöd im Weg stehen,
auf dem Schlauch stehen,
Gedanken nachgehen,
sich besinnen.
Worauf?
Worüber?
Wofür?
Alles Blödsinn.
Ich nütze die Zeit
indem ich,
speditiv arbeite,
denke,
handle,
gradlinig,
ohne Ecken und Kurven,
geradeaus.
So,
das ist der kürzeste Weg.
Alles andere ist Humbug.
Eben Zeitverschwendung.
Doch in Märchen, fällt mir gerade ein,
geht alles etwas länger.
Es braucht viel Geduld.
Gehe ich den falschen Weg,
habe mich falsch entschieden,
habe ich mein Herz am falschen Fleck,
Simsalabim,
eins, zwei, drei,
schon ist man verwandelt.
In einen Bären, Zwerg,
oder sonst in was Komisches.
Falsch handeln,
kann im Märchen folgen haben.

Wie ist es im richtigen Leben?
Alles tun hat seine Konsequenz,
also muss ich nachdenken, bevor ich handle.
Ich muss ruhiger werden. Aber wie?

Ich kann mich Besinnen,
meinen Gedanken nachgehen,
das wie und wo und wann, und wieso, analysieren.
Das heisst also,
ich muss mir Zeit nehmen.
Okey, ich nehme mir Zeit.
Zeit meine Gedanken zu ordnen,
um die richtige Entscheidung zu treffen.
Geht’s mir dann besser?
Auf jeden Fall.

Zeit ist das höchste Gut welches wir haben.
Es ist ein Geschenk.
Gott schenkte uns die Zeit.
Wir müssen uns darüber im Klaren werden,
dass Zeit nicht grenzenlos zur Verfügung steht.
Also nützen wir doch die Zeit,
sinnvolles zu Tun.
Sich auf sich besinnen.
Sich Sinn geben.
Dem Sinn einen Sinn geben.
Tönt gut.

Die Adventszeit bietet sich da vorzüglich an.
Sich vorbereiten auf die Zeit
die kommt.
Sie soll im Trubel der Hektik einen Platz der Besinnung erhalten.
Inne Halten.
Innerlich stehen bleiben. Gedanken ziehen und
ankommen lassen.
Die schönste Zeit im Jahr,
kann dadurch einen neuen Sichtwinkel erhalten.
Einen,
sich auf sich besinnen und in sich ruhen – Sichtwinkel.
Einen Platz mitten in mir.
Advent werden lassen in mir.
Ich feiere meine eigene Ankunft in mir,
indem ich Gottes Sohn an Weihnachten, in mir ankommen lasse.

Ich wünsche also allen eine besinnliche,
Sinngebende Weihnachts-Zeit.

Claudia Graf-Hächler

Der Stern, der verloren ging

Unscheinbar, da klein und grau, versteckt irgendwo in einer fernen Ecke, liegt ein kleiner Stern. Ein leichtes flackern, eher ein leichtes zucken, durchströhmt seinen kleinen Körper. Ein kleines, schwaches stöhnen durchdringt die Dunkelheit. Eine kleine fleissige Maus springt durch den Raum, bleibt stehen, hebt seine kleine spitzige Nase in die Höhe, schnuppert etwas, wackelt mit den kleinen Ohren, schüttelt seinen kleinen dünnen Schwanz, unsicher ob es etwas gehört hat, oder ob es nur Einbildung war, und geht dann ganz schnell weiter. Man weiss ja nie.
«Halt, was war dass, da war doch was, wieder stehenbleiben, mit den kleinen Ohren wackeln, die Nase rümpfen, den Schwanz angespannt in die Länge strecken, war da jetzt was oder war da nichts. Hmh, ich denke da war nichts,» und schon saust die kleine Maus weiter.
Der kleine Stern, grau und blass, liegt ängstlich in seiner dunklen Ecke. Niemand nimmt ihn wahr. Nicht einmal eine kleine graue Maus. Mit aller Kraft hat sie gestöhnt, so laut wie sie konnte. Aber niemand hörte sie.
Verzweifelt, traurig und hungrig, lag der kleine Stern am Boden, sendete mit aller Kraft ein letztes Mal ein kleines seufzen. Mehr geht nicht mehr. Aus, fertig, Ende.
Am nächsten Morgen kam, flink und fleissig die kleine graue Maus aus ihrem Loch gesprungen, hüpfte über den Boden als gäbe es nichts Leichteres. Doch hoppla, was war den das, da lag doch gestern noch nichts im Weg? Das kleine Mäuslein bremste in seinem Lauf, schaute auf den Boden und entdeckte etwas graues, unscheinbares irgendetwas, was aussah wie ein Stern, aber keiner war. Vorsichtig schnupperte die kleine Maus rund um den Stern herum. Hm etwas abgestanden schmeckte der schon. Wie wenn da mal etwas gebrannt hätte. Das kleine Mäuschen war sich nicht sicher, und ging nochmals um den Stern herum. Schnupper, schnupper, schnupper.
«Oh das kitzelt», sagts und fing an zu lachen, oder so was ähnliches. Denn für ein richtiges Lachen, hatte der Stern ja gar keine Kraft mehr. Aber es nahm alles zusammen was es an Energie noch finden konnte, um dem Kleinen, was auch immer, zu zeigen, dass es noch lebe. Die kleine Maus erschrak ganz fürchterlich. Machte ein Pips, einen Satz und verschwand so schnell wie es konnte, in ihr Loch. Vorsichtig schnupperte die kleine Maus, in ihrem sicheren Zuhause, ob die Luft wieder rein wäre. Ganz vorsichtig, wirklich ganz vorsichtig. Fuss um Fuss, trippelte das kleine Mäuschen zu dem, dass wie ein Stern aussah, und schnupperte nochmals. Wieder musste das kleine graue unscheinbare irgendetwas, Lachen. Doch diesmal erschrak die Maus nicht mehr. Sie fragte ganz mutig: «Wer bist den du?» Der kleine graue unscheinbare verloschene Stern antwortete: «Ich bin ein Stern, doch mein Licht ist erloschen.» «Ja warum denn,» fragte die kleine Maus. «Weil niemand mehr an den grossen hellen Stern, den Weihnachtsstern, glaubt. Er ist unser Lichtspender, und wenn der Glaube an ihn weniger wird, so wird das Licht der Sterne auch weniger».
«Und wie kommt es, dass du auf meinem Dachboden liegst? Das ist eigentlich mein zuhause…» fragte verwundert, die kleine Maus.
«Ich bin durch das Loch da oben gefallen, und niemand wusste mehr wo ich bin.» sagte der kleine graue Stern ganz traurig. «und weil ich jetzt hier auf deinem Dachboden liege, konnte der Weihnachtsstern mich nicht mehr anleuchten, und so verlor ich meine Energie. Doch Du hast mich gefunden, Gott sei Dank, denn sonst wäre ich verloren gewesen. Ich danke Dir.»
«Ja, und, wie bringen wir dich jetzt da heraus? Ich bin zu klein, zu schwach, Du zu gross, zumindest für mich…..» sagte die kleine graue Maus.
«Du brauchst nichts weiter zu tun, als an Weihnachten zu glauben, wenn Dein Glaube ehrlich und wahr ist, dann werde ich befreit. Mehr musst du nicht tun.»
Für die kleine graue Maus, gab’s nichts einfacher als das. Sie wusste, dass es ihr nur darum gut ging, weil sie ganz fest glaubte. Für alles war gesorgt, denn wenn die Vögel ihre Jungen fütterten, blieb auch für die kleine Maus immer etwas übrig. Auch gab es auf dem Dachboden keine Katzen, so hatte die kleine Maus ein glückliches und gutes Leben.
Der Glaube der kleinen Maus, machte, dass der kleine graue Stern zu leuchten begann. Erst ganz schwach, dann immer mehr, bis zur vollen Erleuchtung. Diese Leuchtkraft reichte aus, um den anderen Sternen seine Position anzuzeigen. Sie kamen in Scharen und befreiten den kleinen Stern aus seiner misslichen Lage. In dieser Nacht, es war die Nacht von Weihnachten, leuchteten die Sterne so zahlreich und stark wie schon lange nicht mehr. Sie leuchteten ihr Licht gebündelt durch das Loch im Dach, wo die kleine Maus lebte. Das stärkste Licht aber, kam vom kleinen Stern.

Claudia Graf-Hächler

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