Sehnsucht nach dem Frühling

Gedicht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

O wie ist es kalt geworden
und so traurig, öd’ und leer!
Rauhe Winde wehen von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht’ ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal,
möcht’ in Gras und Blumen liegen
und mich freun am Sonnenstrahl.

Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,
möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süssem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
lieber Frühling, komm doch bald,
bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald!

Ja, du bist uns treu geblieben,

kommst nun bald in Pracht und Glanz,
bringst nun bald all deinen Lieben 
Sang und Freude, Spiel und Tanz.

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