Advent – Weihnachten 2017

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Aufs Licht vertrauen

Im Innersten unseres Daseins bewohnt uns eine grosse Segenskraft. Sie wartet immer schon auf uns, damit wir aus ihr Kraft schöpfen. Diese Vertrauensspur kann uns mitten in den Herausforderungen des Lebens stärken. Sie erinnert uns, dass wir mehr sind als unsere Leistung, unsere Enttäuschungen, unser Erfolg. Mein Alltag wird verwandelt, wenn ich nicht im Hochrechnen meiner Sorgen steckenbleibe, sondern mich und andere dem Segen Gottes anvertraue.

Pierre Stutz

 

Zürich, im Dezember 2017

Liebe Freundinnen und Freunde der Gestalt

Ein weltgeschichtlich und für viele von uns auch persönlich bewegtes Jahr ist in seinem letzten Abschnitt angelangt: Advent – eine Zeit, die uns zu Stille und persönlicher Einkehr einlädt – entgegen dem Trend unserer Zeit, immer mehr in immer kürzerer Zeit erledigen zu müssen, ja unseren Selbstwert an unserer Leistung zu bemessen. Wenn wir uns so im Hamsterrad unserer Verpflichtungen – selbst gewählter und auferlegter – drehen, könnte es geschehen, dass wir sozusagen „neben den Schuhen“ unterwegs sind. Auf einem Ausflug im vergangenen Sommer begegnete mir auf einer Tafel in einem Restaurant folgender Spruch: „ Stell dir vor, du gehst in dich, und keiner ist da!“ Eine traurige Vorstellung! Ich bin allerdings zuversichtlich, dass wir Gestaltleute – zumindest in guten Zeiten – ganz bei uns sind. Auch unsere Weiterbildungen geben uns Gelegenheit, in die eigene Tiefe zu steigen und uns besser kennenzulernen. Ich wünsche uns allen, dass wir uns in diesem Advent innerlich öffnen können für den, der kommen will, dessen Geburt in dieser Welt Grund zu Freude und Hoffnung gibt, der in seinem Leben die Menschen zu vertrauen lehrte. Ein Beispiel dazu begegnete mir im letzten Sommer in einem Alpgottesdienst. Es ging um die Perikope, in der Jesus über das Wasser geht: Mt. 14,22-33

Oft geht es uns doch so wie den Freunden Jesu: Wir strengen uns an, mühen uns nach Kräften, vorwärts zu kommen, unser Ziel zu erreichen, doch wir haben vielleicht Gegenwind, und die Nacht ist schon vorgerückt… Wenn uns dann Hilfe auf ungewohnte Weise entgegen kommt, erschrecken auch wir. Wir erkennen sie vorerst nicht. Doch wir hören die Einladung: „Komm!“ Wir fassen Mut, wagen uns aus unseren Sicherheiten heraus. Doch noch trägt uns unser Vertrauen nicht. Angst erfasst uns. Wir glauben, unterzugehen, schreien um Hilfe – und werden an der Hand gefasst und gerettet. Ich wünsche uns allen, dass wir solche Erfahrungen machen dürfen. Dass dieses tragende Vertrauen in uns wachse und uns begleiten möge in allen Wechselfällen des Lebens, dass wir in kritischen Situationen die ermutigende Stimme vernehmen: „Komm…!“, das wünsche ich uns allen zu Weihnachten und für das kommende neue Jahr.

Mit vorweihnächtlich frohen Grüssen

Rosemarie

 

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